Selbstbild und Wirklichkeit

Ich muss zugeben, ich scheine ein besseres inneres Bild von mir zu haben als es die Spiegelung in Schaufensterscheiben hergibt, denn immer, wenn ich mich in den letzten Jahren in Schaufenstern spiegelte, hatte ich nicht mehr das: Ach, da bin ja ich! – Erkennen, sondern sah eine dicke Person, die mit meinem Körperempfinden nicht kompatible war und deren Anblick mir irgendwie unangenehm war, weil er nicht zu meinem inneren Selbst passte. Dicke Brust und dicker Hintern, dazu dünne Arme,  das hatte was von einer Steinzeitvenus…

Naja gut, ich hab keine Locken und so doll war es nicht, aber irgendwie auf dem Weg dorthin. Hinzu kommt ja, dass durch ein Hohlkreuz so ein dicker Hintern noch dicker wirkt und man DAS im Schaufenster, wenn das eigene Spiegelbild plötzlich auftaucht, viel besser sieht als wenn man vor dem Spiegel Haltung annimmt.

Nicht dass man mich missversteht, ich habe nichts gegen dicke Menschen, sie sind mir sogar meist angenehmer als dünne, weil ausgeglichener und fröhlicher und ich hatte auch nichts dagegen, beim Älterwerden  zugenommen zu haben.

Doch plötzlich waren das bei mir Quantensprünge, die durch den Jojo-Effekt nach einer  Korrektur der Silhouette um 5 kg dann  10 kg zulegten. Und das immer wieder, zum Abnehmen durchgerungen,  5 kg in einem Quartal geschafft, 10 kg im Folgequartal wieder zugenommen.

Letztens habe ich mich  im Schaufenster entdeckt – und war zufrieden. Durch die jetzige  Abnehmerei hat sich meine Figur auch irgendwie verändert, ich habe von Busen und  Hintern einiges verloren, was mir lästig war. Das kann ich auf jeden Fall feststellen, dass man anders durch Optifast II und Bewegung abnimmt als wenn man nur die Energieaufnahme durch Reduktion der Mahlzeiten verringert, wie ich es sonst tat. Da verlor ich im Gesicht und über dem Busen das meiste und am Hintern erst viel später.

Um die “Pflichtschritte” erfreulicher zu machen, habe ich mir einen tragbaren CD-Player gekauft, um, wenn ich schon hier ohne Hundebegleitung durch die längstbekannte,  steinerne Gegend laufe , etwas Unterhaltung dabei zu haben.
Mich nervte es, dass mein mp3-Player sich immer eine eigene Reihenfolge der Dateien zusammenstellte, wer soll denn so ein Buch hören können?
Zur Zeit höre ich  “Ein plötzlicher Todesfall” von Joanne K. Rowling, der Harry-Potter-Schöpferin.
Hier finde ich wieder, was mir an ihrer Schreibe im Harry Potter so gefiel. Das Schildern von den Verhältnissen der Menschen zueinander, diesmal ganz ohne magischen Schnickschnack. Gefällt mir gut, ist aber ohne extreme Ereignisse eines Krimis oder so.  Sind 6 CDs, habe ich also eine Zeit lang Begleitunterhaltung  dadurch, denn unterwegs kann man alles gut zwei-dreimal hören, um es mitzubekommen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s